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Raghad Al-Shammari

Raghad Al-Shammari

Sie ist Bankangestellte  und Mutter zweier Kinder, wohnhaft in Bagdad und wurde am 03.11.2010 vor dem Eingang ihres Hauses durch einen Brandanschlag lebensgefährlich verletzt. Ein religiöser Fanatiker brachte mit einem Molotowcocktail eine Benzinvorratstonne zur Explosion. Die Flammen verbrannten Raghads Gesicht, ihren gesamten Oberkörper, ihre Arme und Hände.

Da es in irakischen Krankenhäusern keine Spezialabteilungen für Brandverletzte gibt, verkaufte die Familie ihr gesamtes Hab und Gut, um einen Transport nach Deutschland zu finanzieren. Am 29.12. wird Raghad mit einem medizinischen Sonderflug  nach Berlin gebracht.

Im Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) werden erste lebensrettende Maßnahmen (Hauttransplantationen auf Rücken und Brust) vorgenommen. 50 Prozent  der Körperoberfläche lag offen.

Am 16.02.2011 übernimmt `placet` die weitere Behandlung der bis zur Unkenntlichkeit entstellten Schwerbrandverletzten.

Im  DRK-Klinikum Westend führen  die Chirurgen von `placet` über einen Zeitraum von zwei Jahren 26 unerlässliche Operationen durch, um Raghad  ein menschliches Gesicht zurück zu geben, ihre Sehfähigkeit wieder herzustellen (sie war erblindet, eine Hornhauttransplantation ließ sie wieder sehen) , die schweren Defekte am ventralen Thorax  zu beheben,  die Kontrakturen an den Gliedmaßen  aufzulösen, die großflächigen Brandwunden makroskopisch sauber zu verschließen. Auch eine Reihe anderer therapeutischer Maßnahmen waren und sind nötig, um Raghad wieder lebensfähig zu machen.

Am 17.07.2013 stellte Raghads Familie, die sie während der ganzen Behandlungszeit  aufwendig und liebevoll betreut hat, einen Asylantrag und verlässt die `placet`-Unterkunft, um eine eigene Wohnung zu beziehen.

Die Patientin hat 2015 neue Ohren in Form von Epithesen bekommen. Sie waren durch das Attentat vollständig auf beiden Seiten zerstört. Von den Ohren ihrer Schwester wurden Abdrücke genommen und diese in einem aufwendigen Verfahren für sie geformt, angepasst und fixiert. Das Projekt wurde von der Losito Kressmann-Zschach – Foundation finanziert und dem Institut für Anaplastologie in Potsdam: Daniela Hering ermöglicht. Wir danken herzlich!

2015 haben wir angefangen ihre Nase zu rekonstruieren. Sie soll aus Gewebe von der Stirn und Knorpel aus den Rippen wiederhergestellt werden. Zur Zeit hat sie einen Expander in der Stirn, um Material zu gewinnen.

Dieses vierschrittige Projekt wurde 2016 beendet